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Zimt – die herzerwärmende Rinde

Deutsch: Zimt, Ceylonzimtbaum
Latein: Cinnamonum zeylanicum Nees (Lauraceae)
Sanskrit: tvak, cocam, darusita

Zimt ist ein solch altes und bekanntes Gewürz, dass er in der Geschichte jeder Hochkultur erwähnt wird: Dokumente vor 2000 v. Chr. aus China und Indien erwähnen ihn bereits. Die Ägypter verwendeten ihn zur Einbalsamierung, als Gewürz und als Räuchermittel. Im antiken Griechenland wurde er u. a. von Herodot und Hippokrates beschrieben. Im römischen Reich handelte man rege mit Zimt: Man benutzte ihn zuerst als Medizin, Aphrodisiakum und Räucherwerk, später als Gewürz. Nach dem Niedergang des römischen Reiches wurde der Handel durch die Araber dominiert. Im Mittelalter war der Zimt in Europa als Heilmittel u. a. gegen Gicht bekannt und wurde auch schon als Gewürz verwendet. Im Europa des 16. bis 18. Jahrhunderts galt Zimt als eines der besonders teuren und kostbaren Gewürze. So verbrannte beispielsweise der Augsburger Kaufmann Anton Fugger 1530 die Schuldscheine Karls des V. vor dessen Augen in einem Feuer aus Zimtstangen und demonstrierte damit seinen Reichtum.

2016 betrug die Welternte von Zimt 224'000 Tonnen. 90 % davon wurden in Indonesien, China und Vietnam angebaut. Auch in Sri Lanka und in Südindien befinden sich Anbaugebiete.

Der immergrüne Zimtbaum mit seiner hellbraunen dünnen Rinde wächst ca. 10 m hoch. In Kulturen wird er jedoch häufig zurückgeschnitten. Seine grossen und länglichen Blätter verfärben sich von anfangs rot zu dunkelgrün. Die Blüten sind weiss bis grün und eher unauffällig. Wir kennen Zimt in erster Linie als Gewürz, wobei die gerollte getrocknete innere Rinde direkt oder die gemahlene Version davon verwendet wird. Es können aber auch die jungen Sprossen oder das Öl (destilliert aus der Rinde, Blättern und Wurzeln) Anwendung finden.

Nach ayurvedischer Auffassung ist Zimt von sattvischer Natur, der Geschmack (Rasa) ist scharf, bitter und süss. Die Eigenschaften (Gunas) werden als leicht, trocken und scharf beschrieben. Die Wirkung (virya) ist erhitzend, weswegen Zimt als höchst Vata-beruhigend gilt. Gleichzeitig baut er auch in hohem Masse Kapha ab, da Zimt den Stoffwechsel anregt und Schleim löst.

Quelle: Schrott und Ammon: Heilpflanzen der ayurvedischen und westlichen Medizin, Springer Verlag; www.de.wikipedia.org