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Schwarzer Pfeffer – Hansdampf in allen Küchen

Piper nigrum L. (Latein)
Schwarzer Pfeffer (Deutsch)
Marica (Maricha) (Sanskrit)

Dem Wunsch, jemanden ins Pfefferland zu schicken, liegt selten eine wohlwollende Absicht zugrunde. Dieser Person mag man auch keine kulinarische Reise gönnen, sondern möchte ihr in Zukunft unter keinen Umständen mehr begegnen müssen. Als im 15. Jahrhundert der begehrte und kostbare Pfeffer erstmals auf dem Seeweg nach Europa kam, ahnte die einfache Bevölkerung nur, dass die Heimat dieses scharfen Gewürzes – das Pfefferland – sehr weit entfernt liegen müsse. Da hatten sie durchaus recht: Pfeffer stammt von der Malabarküste in Südindien.

Die Geschichte rund um die schwarzen Gewürzkörner ist lang und weltbewegend. Sie erzählt von kulinarischen und medizinischen Anwendungen, von den Entdeckungen neuer Handelswege, von politischen Umwälzungen und vom unermesslichen Reichtum der Händler. Heute hat der Pfeffer seine frühere goldene Aura zwar verloren, beliebt ist er aber allemal. Er ist in jedem noch so spärlich ausgestatteten Küchenschrank zu finden.

Der Sanskrit Name Marica (Maricha) für Pfeffer ist ebenso eine der Bezeichnungen für die Sonne. Treffender könnte man die feurigen, erhitzenden Qualitäten dieses Gewürzes kaum beschreiben. Laut den ayurvedischen Schriften ist Piper nigrum eines der wichtigsten Gewürze, um den Appetit anzuregen, das Verdauungsfeuer Agni zu stimulieren und dadurch Stoffwechselschlacken (Ama) zu reduzieren. Deshalb ist Pfeffer in den meisten ayurvedischen Rezepten anzutreffen. Auch in der europäischen Küche begleitet er oft schwer verdauliche Speisen und passt zu den verschiedensten Rezepten.

Piper nigrum ist eine mehrjährige, bis 5 Meter hohe Kletterpflanze, hat grosse, eiförmige Blätter und kleine weisse Blüten, aus denen sich die runden Früchte entwickeln. Um Pfefferkörner mit der typisch runzligen, schwarzen Haut zu erhalten, werden die Früchte unreif geerntet und anschliessend getrocknet.

Schwarzer Pfeffer erhöht nach ayurvedischem Wissen Pitta, das Stoffwechselprinzip, beruhigt Vata und reduziert Kapha.

Ayurvedische Eigenschaften:

  • Geschmack (Rasa): scharf, bitter
  • Eigenschaft (Guna): leicht, trocken, scharf
  • Wirkkraft (Virya): erhitzend
  • Geschmack nach der Verdauung (Vipaka): scharf
  • Wirkung auf die Doshas: verstärkt Pitta, beruhigt Vata, reduziert Kapha
  • Mentale und spirituelle Wirkung: vermehrt Rajas
  • Stoffwechselenergie: stimuliert Agni

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Quellen:
Schrott/Ammon, Heilpflanzen der ayurvedischen und der westlichen Medizin, Springer Verlag