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Ringelblume – Calendula officinalis

Schon im Frühsommer leuchten die orangefarbenen und gelben Blüten der Ringelblume in vielen Gärten. Sie gehört zur Familie der Korbblütler und hat zahlreiche verschiedene Namen wie Studentenblume, Dotterblume oder Goldblume.

Ihr gebräuchlicher Name stammt von Hildegard von Bingen, die diese Blume «Ringula» nannte wegen der sich typisch ringelnden Samen. Calendula blüht den ganzen Sommer über und die weit verzweigten Stängel bilden viele Blüten aus. Die Ringelblume ist nicht nur eine Zierde in jedem Garten, sondern liefert auch zur Hausapotheke einen beträchtlichen Beitrag. Sie ist eine der wirksamsten Heilpflanzen, die es gibt und war schon in der Klostermedizin des Mittelalters von grosser Bedeutung. Verwendet werden die nach dem vollständigen Öffnen der Blüten gesammelten und vom Blütenboden abgetrennten Zungenblüten, vorzugsweise die orangefarbenen, gefüllten Sorten.

Ringelblumen sind vielseitig einsetzbar, besonders in der Wundheilung. Der balsamische, klebrige, harzige, aromatische Saft, der beim Pflücken austritt, bewirkt zusammen mit anderen Substanzen einen raschen Verschluss der Wunde.

Umschläge und Kompressen aus Ringelblumentinktur sind äusserst wirksam bei Verbrennungen, Venenleiden, Warzen u.v.m.

Ringelblumensalbe lindert Sonnenbrand, wunde Babypopos und raue, rissige Hände.

Die Ringelblume

  • hilft bei entzündeter Haut und wunden Schleimhäuten (Zahnfleisch)
  • ist allgemein entzündungshemmend, desinfizierend, abschwellend
  • wirkt Leber stärkend, Gallenfluss fördernd, krampflösend
  • ist durchblutungsfördernd, harntreibend
  • ist beruhigend, schlaffördernd

Ihre östrogenartige Wirkung kommt auch bei Frauenbeschwerden zum Einsatz, z. B. bei Wechseljahrs- oder Zyklusbeschwerden, starker Monatsblutung u.v.m.

Aus den Blütenblättern und -körbchen werden Tees, Tinkturen, Extrakte, Salben und Cremes für viele verschiedene Anwendungen hergestellt.

Obwohl die Ringelblume auch in ganz Indien heimisch ist, hatte sie bis vor Kurzem nur eine sehr begrenzte Bedeutung im Ayurveda. Sie wird ebenfalls zur Wundheilung eingesetzt und beruhigt vor allem Pitta-Störungen. Wegen der schweren und öligen Eigenschaften kann sie durch erhöhtes Vata verursachte Erregungszustände mildern.

Der Geschmack ist bitter und herb, die Eigenschaft kühlend. Vata, Pitta und Kapha werden gesenkt.

(Diese ayurvedischen Angaben beruhen auf Erfahrungen und Beobachtungen aus der Praxis von Dr. med. Ernst Schrott)

Von der innerlichen Einnahme während der Schwangerschaft wird jedoch abgeraten!