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Karotte – wild, kultiviert und farbig

Daucus carota L. (Latein)
Wilde Mohrrübe, gewöhnliche Möhre (Deutsch)
gajarah (Sanskrit)

Ausgehend von der wilden Mohrrübe mit ihrer dünnen, weissen Wurzel, über alte weisse, gelbe, rote oder schwarze Sorten bis hin zur orangefarbenen Karotte, die uns seit der frühen Kindheit vertraut ist – die Karotte ist eines der beliebtesten Gemüse überhaupt. Dass sie als alte Kulturpflanze sogar in den klassischen Texten des Ayurveda zu finden ist, mag erstaunen. Dabei werden neben den Heilwirkungen der Wurzel als Saft oder Gemüse auch diejenigen der Samen erwähnt. Als Bestandteil traditioneller ayurvedischer Mittel wird Daucus carota allerdings nicht beschrieben.

Die Mohrrübe, ob wild oder kultiviert im Garten wachsend, ist eine zweijährige Pflanze. Im ersten Jahr entwickelt sich unter der Erde die Wurzel und über der Erde das gefiederte Kraut, das in der Wildkräuterküche als Salat oder Gewürz verwendet wird. Wird die Wurzel nicht geerntet, so entwickeln sich im zweiten Jahr die weissen, schirmartigen Doldenblüten, aus denen sich im Herbst kleine, braune, aromatische Früchte entwickeln. Diese können als Gewürz, ähnlich wie Fenchelsamen, oder laut Ayurveda in Form von Pulver äusserlich verwendet werden. Der Ayurveda empfiehlt Karottensamen bei Krankheiten, deren Ursache in einer Vata- und Kapha-Störung liegt.

Ayurvedische Eigenschaften (bezogen auf die Wurzel):

  • Geschmack (Rasa): süss, bitter
  • Eigenschaft (Guna): leicht, scharf, ölig
  • Wirkkraft (Virya): erhitzend
  • Geschmack nach der Verdauung (Vipaka): scharf

Wirkung auf die Doshas:

Reduziert Vata und Kapha

 

Quellen: Schrott/Ammon, Heilpflanzen der ayurvedischen und der westlichen Medizin, Springer Verlag
Fleischhauer/Guthmann/Spiegelberger, Essbare Wildpflanzen einfach bestimmen, AT Verlag