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Panchakarma

Was heute die ayurvedische Panchakarma Kur im fernen Indien ist, waren um 1900 die beliebten Kuren des Pfarrers Sebastian Kneipp, die mancher Gemeinde zu einem unerwarteten Aufschwung verhalfen. Eine gut betuchte und illustre Gästeschar bevölkerte die neuen Kurorte und erhoffte sich mit kalten Wassergüssen, Wickeln und Bädern Linderung und Heilung von gesundheitlichen Gebrechen.

Heute lassen sich gesundheitsbewusste Menschen von stimmungsvollen Bildern inspirieren, welche Erholung suchende Menschen unter Palmen inmitten eines Blütenmeers, mit Sicht auf den weiten gleissenden Ozean während einer ayurvedischen Ölmassage zeigen. Ein schönes Bild und vielleicht eine gute Erfahrung für den Gast.

Eine authentische ayurvedische Panchakarma Kur – die keinesfalls mit einem Wellnessaufenhalt verwechselt werden darf – kann jedoch genauso erfolgreich in Europa durchgeführt werden. Der geringe Reiseaufwand ohne Zeitumstellung, vertraute hygienische Verhältnisse, in Europa kontrollierte und sichere Produkte, verlässliche medizinische und psychologische Betreuung sowie Erläuterungen und Empfehlungen in der eigenen Muttersprache sprechen durchaus für eine Kur in der Nähe. Lesen Sie dazu auch das Interview mit Sophie Beall, medizinische Leiterin des Maharishi Gesundheitszentrums in Seelisberg.

Panchakarma – die fünf Methoden der Reinigung

Panchakarma ist eine sehr effektive ayurvedische Reinigungskur, die bereits vor ĂĽber 2000 Jahren in den traditionellen Kompendien detailliert beschrieben worden ist.

Es handelt sich dabei um ein einzigartiges Therapieverfahren, dessen Behandlungsmethoden fein aufeinander abgestimmt sind. Die einzelnen Behandlungsschritte sind so aufgebaut, dass der Körper eine systematische und wirkungsvolle Reinigung erfahren kann. Panchakarma bedeutet übersetzt «fünf Handlungen». Gemeint sind damit die fünf verschiedenen Massnahmen / Therapiemethoden, um Stoffwechselrückstände aus dem Körper auszuleiten.

Die fĂĽnf Ausleitungsverfahren sind:

  • AbfĂĽhren – Virechana
  • Pflanzlicher Einlauf – Basti
  • NasenspĂĽlung – Nasya
  • Aderlass – Rakta Mokshana
  • Medizinisches Erbrechen – Vamana

In Europa werden in der Regel nur die ersten drei Ausleitungsverfahren angewendet, da der westliche Lebensstil und die Konstitution der Menschen in unserem Kulturkreis meist eine Reinigung in Kombination mit Beruhigung und Entspannung erfordern.

Ablauf einer Panchakarma Kur

Grundsätzlich setzt sich eine erfolgreiche und angenehme Panchakarma Kur aus drei aufeinander aufbauenden Phasen zusammen:

  1. Vorkur – Purva Karma
  2. Hauptkur – Pradhana Karma
  3. Nachkur – Pashat Karma

Durch diese drei Abschnitte und die entsprechenden Behandlungsmethoden werden Stoffwechselrückstände (im Ayurveda als Ama bezeichnet) zuerst mobilisiert und dann ausgeleitet. Dies ermöglicht die Wiederherstellung des natürlichen Gleichgewichts von Körper, Geist und Seele und regt die Selbstheilung an.

Vorkur

Die Vorkur besteht aus drei Massnahmen: Anregung des Verdauungsfeuers sowie Abbau von Ama (Agni Dipana-Pachana), innere Ölung (Snehana) sowie Wärmebehandlungen (Swedana).

Um die Verdauung und den Abbau von Ama anzuregen, werden spezielle Kräuter eingesetzt und eine leichte Ernährung empfohlen.

Für die innere Ölung werden fetthaltige Substanzen, meist gereinigtes Butterfett (Ghee) eingesetzt. Durch diese fetthaltigen Substanzen können fettlösliche Stoffwechselrückstände aus den Geweben gelöst werden.

Die Wärmebehandlungen dienen dazu, das gelöste Ama weiter zu verflüssigen sowie die feinen Körperkanäle (Srotas) zu öffnen, um den Abtransport und die Ausleitung zu erleichtern.

Hauptkur

Die  Hauptkur beginnt mit dem Abführen (Virechana). Durch den gezielten Einsatz von Abführmitteln werden die während der Vorkur in Bewegung gebrachten Stoffwechselrückstände ausgeleitet sowie der Darm gereinigt.

Nach dem Abführen benötigt der Körper mindestens einen Tag Ruhe bevor mit den weiteren Behandlungen begonnen werden kann. Zu diesen gehören die inzwischen sehr bekannten und geschätzten Anwendungen wie Ganzkörperölmassagen (Abhyanga), Stirnguss (Shirodhara), Dampfbäder (Swedana), Pizzichilli (Körper-Ölguss), Ganzkörper-Peelingmassagen (Udvartana), Trockenmassagen mit Rohseidenhandschuhen (Garshan), Augenbehandlungen (Netra Tarpana), u.v.m.

Teil der Hauptkur sind ebenfalls die medizinischen Kräutereinläufe (Basti) sowie die nasalen Behandlungen (Nasya).

Nachkur

Die positiven Wirkungen der Panchkarma Behandlungen entfalten sich vornehmlich in der Zeit danach. Deshalb ist es überaus wichtig, nach Vor- und Hauptkur weitere Massnahmen zu befolgen, um die Doshas zu beruhigen, das Verdauungsfeuer zu stärken sowie Ernährungs- und Lebensgewohnheiten zu etablieren, die das gewonnene Gleichgewicht erhalten.

Jede Kur ist individuell

Obwohl eine Panchakarma Kur dem oben beschriebenen festen Aufbau folgt, bedeutet dies jedoch nicht, dass jede Panchkarma Kur fĂĽr jeden Patienten gleich aussieht.

Nach einer ausführlichen Anamnese durch die ärztliche Leitung wird für jeden Gast ein persönlicher Therapieplan erstellt. Dieser richtet sich nach dem aktuellen Gesundheitszustand des Klienten, seiner medizinischen Vorgeschichte, seinem Konstitutionstyp, der Aufenthaltsdauer, seinen persönlichen Präferenzen und anderen Kriterien.

Authentische ayurvedische Behandlungen sind vielfältig und zahlreich. Besonders angenehm und sehr wirkungsvoll ist dabei die ayurvedische Tradition, dass die Massageanwendungen von zwei Therapeutinnen/Therapeuten gleichzeitig als «Synchronmassage» durchgeführt werden.

Und wenn der Entspannung, Linderung oder gar Heilung suchende Mensch anschliessend ruhig im wohlig warmen Behandlungsraum liegt und von liebevollen Händen mit kostbarem Öl sanft massiert wird, mögen unverhofft Bilder einer paradiesischen Landschaft voller duftender Blüten, Schatten spendender Palmen und einem tiefblauem Ozean vor seinem geistigen Auge auftauchen…

Weitere Informationen zu Maharishi Ayurveda Panchakarma Kuren finden Sie hier:

Schweiz: http://www.ayurveda-seelisberg.ch
Deutschland: https://ayurveda-badems.com
Ă–sterreich: http://www.haus-der-gesundheit-ried.at