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Abendkurs "Gewürze & Kräuter"
Am Mittwoch, 6. Februar 2019 um 18.30 Uhr findet unser Abendkurs «Gewürze & Kräuter» statt. In diesem Kurs lernen Sie einfach und schnell, wie Sie mit Kräutern und Gewürzen rezente und süsse S...
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Ölzieh-Kur

Das Ölziehen ist ein einfaches, altes Hausmittel, um eine optimale Mundhygiene und effektive Gesundheitsvorsorge zu betreiben. Alle medizinischen Traditionen Asiens sind sich darin einig, dass Vorbeugen besser als heilen ist. Im Ayurveda spielt daher das Ölziehen eine wichtige Rolle. Es wird seit langer Zeit nicht nur in Indien praktiziert, auch in anderen Kulturen ist es seit alters her bekannt. Ölziehen ist nicht nur für die Mundhygiene hilfreich, sondern es entfaltet seine gesundheitsfördernde Wirkung im ganzen Körper.

Die naturheilkundliche Theorie sagt, dass man bei der Ölziehkur über die Mundschleimhaut den gesamten Organismus entgiftet. Dies geschieht auf vielfältige Art und Weise. Besonders Sesamöl hat eine antibakterielle, antivirale und fungizide Wirkung. Neben Bakterien, die wir physiologisch nicht brauchen, werden auch die Abfallprodukte der im Mund vorkommenden Bakterien beseitigt.

Die Mundhöhle wird aber nicht nur entgiftet, sondern die Schleimhaut auch geschmeidig gehalten und gegen Erreger immunisiert. Das Ölziehen wirkt sich äusserst vorteilhaft auf die Gesundheit aus – körperlich, geistig und seelisch. Unser körpereigenes Entgiftungssystem kann Unterstützung durchaus gebrauchen, denn die vielen ungesunden Nahrungsmittel, der Stress und die Umweltgifte, denen unser Körper täglich ausgesetzt ist, strapazieren es über Gebühr. Viele Erkrankungen haben ihre Ursache in angesammelten Toxinen und Schlackenstoffen, die sich über längere Zeit im Körper angesammelt haben. Alles was der Körper wegen Überbelastung nicht ausscheiden kann, lagert er zunächst im Fett- und Bindegewebe ab, später auch in Muskeln, Sehnen und Gelenken. Diese «Mülldepots» stellen ein enormes Gesundheitsrisiko dar und können sich in Beschwerden wie Verdauungsstörungen, Nahrungsmittelunverträglichkeiten, geschwächtem Immunsystem und nachlassender Vitalität ausdrücken. Im Charaka-Samhita heisst es:
«Regelmässiges Ölziehen stärkt die Kieferknochen und die Stimme, entwickelt das Gesicht und maximalen Geschmack der Nahrung … Zähne bekommen keine Karies und werden fest verwurzelt. Es gibt weder Zahnschmerzen noch Sensibilitäten, die Zähne können selbst die härteste Nahrung kauen.»

Die richtige Durchführung:
Die beste Zeit für Gandusha (Ölziehen) ist morgens nach dem Aufstehen, denn über Nacht sammelt sich eine Vielzahl von Bakterien, Toxinen und Krankheitserregern im Mundraum an. Das Sesamöl sollte vorher gereift werden wie es für die Massagen üblich ist (auf 110 Grad Celsius kurz erhitzen). Mittlerweile sind auch gebrauchsfertige Mundöle bei vielen Ayurveda-Anbietern erhältlich.
Gurgeln und spülen Sie den Mund zuerst mindestens 1 Minute mit warmem Wasser. Danach nehmen Sie einen Esslöffel Sesamöl in den Mund und spülen für 2 – 3 Minuten. Das Öl vorher in einem Wasserbad etwa auf Körpertemperatur erwärmen. Ziehen Sie das Öl dabei kräftig durch die Zahnzwischenräume. Wenn Sie länger gurgeln und spülen wollen, nehmen Sie neues Öl. In dem Öl konzentrieren sich Toxine und Ama (Schlacken) aus den Schleimhäuten, die sonst wieder zurückdiffundiert würden. Halten Sie den Kopf leicht nach vorn über das Waschbecken gebeugt. Den Kopf nicht in den Nacken legen und gurgeln, weil man leicht etwas vom Öl verschlucken könnte und dies will man möglichst vermeiden. Am besten entsorgt man das Öl in den Abfall. Waschbeckenabflüsse könnten auf Dauer verstopfen.

Danach spült man den Mund mit warmem Wasser gründlich aus und putzt wie gewohnt die Zähne. Abschliessend reinigt man die Zunge sanft mit einem Zungenschaber.

Es gibt verschiedene Ölsorten, die sich für das Ölziehen eignen, z.B. Sonnenblumen-, Oliven- oder Sesamöl (wobei Sesamöl die beste entgiftende Wirkung hat). Es sollte möglichst biologisch und kaltgepresst sein, damit alle wertvollen Inhaltsstoffe erhalten bleiben. Mittlerweile gibt es auch einige Mundöle im Handel, die Kräuter oder ätherische Öle wie Salbei und Thymian enthalten, die die Mundhygiene noch verbessern.

Sesamöl wird aus den Samen von Sesamum indicum L. gewonnen, der zu den ältesten Kulturpflanzen gehört. Man unterscheidet helles Sesamöl, das aus naturbelassenen Sesamsamen gepresst wird und dunkles Sesamöl, wobei die Samen vor dem Auspressen kurz geröstet werden. Das Öl erhält dadurch einen würzigen Geschmack, der in der asiatischen Küche sehr geschätzt wird. Im Vergleich zu anderen Ölen ist Sesamöl recht lange haltbar. Geöffnete Flaschen sollten jedoch innerhalb von drei Monaten verbraucht werden.
Sesamöl hat eine für die Gesundheit günstige Zusammensetzung an Fettsäuren und enthält viele Mineralstoffe, Spurenelemente und Lecithin. Bei den ayurvedischen Behandlungen spielt Sesamöl eine zentrale Rolle, denn es stärkt die Funktion des Herzens, wirkt günstig auf das Cholesterin, stärkt Knochen und Zähne und ist ideal bei trockener, schuppiger Haut. Man kann zum Ölziehen auch Sonnenblumen- oder Olivenöl benutzen, muss dann aber etwas länger damit spülen, um den Mundraum genügend zu entgiften. Die entzündungshemmende Wirkung für das Zahnfleisch durch Anwendung von Ölen ist an der Kieler Zahnklinik durch eine wissenschaftliche Studie nachgewiesen worden. (Quelle: Thomas Zahorsky, Zahnarzt)

Alles Wissenswerte darüber lesen Sie in dem Buch «Die Ölziehkur» von Birgit Frohn