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Der innere Frühlingsputz

Ayurveda ordnet den Jahreslauf nach den Dosha-Prinzipien und den fünf Elementen. Herbst und Winter sind dem Vata Dosha zugeordnet. Trockene Kälte und raue Winde herrschen in dieser Jahreszeit vor. Um den klimatischen Herausforderungen an die Gesundheit zu begegnen, baut der Körper in helfender Absicht stabilisierendes Kapha auf.

Nun, im frühen Frühling, wenn uns die ersten wärmenden Sonnenstrahlen erfreuen, beginnt sich dieses Kapha langsam zu verflüssigen. Ähnlich wie ein Bergbach, dessen schmelzendes Eis im Frühjahr als Wasser seinen Weg sucht, zirkuliert nun das zähflüssige Kapha im Körper und kann dabei die einwandfreie Funktionsweise von Systemen und Organen stören. Die Unannehmlichkeiten, die daraus entstehen, sind uns vertraut: Atemwegserkrankungen, grippale Effekte, Dumpfheit, Schwere, Frühlingsmüdigkeit. All dies sind Auswirkungen von erhöhtem Kapha im Körper. Menschen mit einem natürlicherweise höheren Anteil an Kapha sind deshalb öfter von diesen Störungen betroffen.

Da der Ayurveda immer auf Ausgleich bedacht ist, basieren die therapeutischen Massnahmen im Frühling auf Leichtigkeit und Bewegung. Kapha reduzierende Strategien sind in erster Linie eine leicht verdauliche Ernährung mit dem Ziel, das Verdauungsfeuer Agni zu stärken. Denn allfällige Stoffwechselrückstände (Ama) werden von einer starken Verdauungskraft neutralisiert oder können erst gar nicht entstehen. Trockenmassagen mit Seidenhandschuhen, welche leicht in die Morgenroutine integriert werden können, haben sich bei Kapha Überschuss ebenfalls bewährt.

Ernährung

Unter «leichte» Ernährung versteht der Ayurveda gekochte, warme (möglichst vegetarische) Nahrung wie Basmatireis, Mung Dal, Kitchari (eine Kombination der beiden), Früchtekompott, Gemüsesuppen und -eintöpfe. Beim Kochen während der Kapha Zeit dürfen scharfe Gewürze wie Ingwer, Pfeffer oder Kapha Churna grosszügig verwendet werden.

Wer sich dabei wohl fühlt (besonders der Kapha Typ), darf im Frühling auch ein paar Fastentage einlegen. Dabei wird nur flüssige, gekochte, warme Nahrung eingenommen. Ideal sind dünne Reis-, Dal- und Gemüsesuppen.

Für jedermann empfehlenswert ist das regelmässige Trinken von heissem, 10 bis 20 Minuten lang gekochtem Wasser: Trinken Sie alle 30-60 Minunten ein paar Schlücke des abgekochten Wassers, möglichst heiss. Durch den Kochprozess werden Wassermolekül Cluster aufgebrochen, so dass das Wasser dünnflüssiger wird und leichter in die Körperzellen eindringen kann. Ein paar frische Ingwerscheiben unterstützen die ausleitende Wirkung. Zusätzlich können Sie gerne folgenden verdauungsstärkenden Ingwercocktail zum oder vor dem Essen zu sich nehmen:

Ingwercocktail:
1 Stück
frischer Ingwer, Bio, geschält, gerieben
1 TL Zitronensaft
1 TL Honig
1 kleine Prise Steinsalz
Ingwer auspressen (ev. mit Knoblauchpresse), alle Zutaten vermischen.Quelle: Dr. med. Ernst Schrott: die köstliche Küche des Ayurveda, Mosaik Verlag

 

Der Frühling ist die Zeit, wo selbst der gemütlichste Stubenhocker den Verlockungen der wärmenden Sonnenstrahlen und der erblühenden Natur erliegt und einen Spaziergang an der frischen Luft unternimmt. Geniessen Sie regelmässig körperliche Aktivitäten, besonders im Freien. Dies lüftet den Kopf und lässt die Körpersäfte zirkulieren. Dabei rät der Ayurveda, sich zwar zu fordern, aber die eigenen Grenzen zu respektieren. Und da sich die Temperaturen im Frühling naturgemäss rasch ändern können: sorgen Sie für angemessen schützende Bekleidung!

Wer sich für eine wohltuende und sehr wirkungsvolle Reinigungskur lieber ein paar Tage zurückziehen möchte, dem sei eines der Maharishi Ayurveda Gesundheitszentren (z.B. in Seelisberg) empfohlen. Dort erfahren Sie authentischen Ayurveda in Form einer bewährten Panchakarma Kur in familiärer Atmosphäre.