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Ayurvedische Tipps für genussvolle und gesunde Weihnachtstage

Eine besondere Herausforderung für unser Verdauungssystem sind jedes Jahr die Festtage über Weihnachten und Neujahr. Wir werden zu opulenten Menüs mit ausgewählten Delikatessen eingeladen, essen zu viel, zu unregelmässigen Zeiten und wählen nicht immer gesunde Zutaten. Dies begünstigt die Entstehung von Ama (Stoffwechselrückstände), das sich als Appetitmangel, Verdauungsbeschwerden, Gelenkprobleme, Atemwegserkrankungen, allergische Reaktionen und nicht zuletzt als Gewichtszunahme zeigen kann.

Der Ayurveda hat ein paar einfache und leicht umsetzbare Tipps bereit, wie wir gesund durch die kulinarischen Festtage kommen. Der zentrale Ansatz ist ein starkes Agni. Wird Agni, das ayurvedische Verdauungsfeuer, wie ein richtiges Feuer sorgsam behandelt, so verdaut es die Nahrung vollständig und hinterlässt keine Rückstände, die den Körper verschlacken könnten.

1. Essen Sie Ihre Hauptmahlzeit am Mittag

Statt eines üppigen Essens am Abend sollten Sie Ihre Hauptmahlzeit mittags zwischen 12.00 und 14.00 Uhr geniessen. Denn laut Ayurveda ist die Verdauungskraft am Mittag, wenn die Sonne am höchsten steht, am stärksten. Spät eingenommene Abendessen beeinträchtigen nicht nur das Verdauungssystem, sie können auch den Schlaf stören. Planen Sie die traditionellen Festessen so, dass Sie auf eine leicht(er) verdauliche Variante setzen und früh am Abend beginnen, so dass der Körper genügend Zeit zum Verdauen hat.

2. Regelmässige Essenzeiten

Ihre Verdauung wird im Gleichgewicht bleiben, wenn Sie drei Mahlzeiten täglich jeweils zu ungefähr denselben Zeiten essen. Mahlzeiten aus Zeitgründen ausfallen zu lassen, stört und schwächt Agni, das Verdauungsfeuer.
Wir sollten erst wieder essen, wenn die vorherige Mahlzeit vollständig verdaut ist, sonst wird Agni ebenfalls geschwächt. Unser Körper benötigt je nach Konstitutionstyp und Zusammensetzung einer Mahlzeit mindestens drei Stunden, bis er wieder hungrig ist. Hören Sie auch während der Feiertage einfach auf die natürlichen Signale Ihres Körpers.

3. Überessen vermeiden

Dies ist sicherlich diejenige Empfehlung, die am schwierigsten umsetzbar ist, besonders in der Weihnachtszeit. Besuche bei umsorgenden Verwandten, liebevoll zubereitete Festessen, Zeitschriften mit verlockenden Rezeptideen... Trotzdem ist dieser Punkt für Ihr unmittelbares und längerfristiges Wohlbefinden sehr wichtig.
Ein paar Tricks können Ihnen helfen, sich nicht zu überessen: Nehmen Sie kleinere Portionen zu sich (ein kleinerer Teller hilft Ihnen dabei), essen Sie langsam und möglichst in Ruhe (hitzige Diskussionen sind der Verdauung wenig förderlich).
Wenn Sie langsam essen und gut kauen, wird Ihnen der Körper ganz natürlich signalisieren, wenn er satt ist. Essen Sie nur 3/4 Ihrer Kapazität. Denn auch gutes, gesundes Essen begünstigt «Ama», wenn es in zu grossen Mengen eingenommen wird.

4. Pflanzliche Helfer

Wir alle kennen Situationen, in denen wir die ayurvedischen Essenregeln nicht beachtet haben. In solchen Situationen können wir glücklicherweise auf die Intelligenz der Natur zurückgreifen. Sie hilft uns mit ayurvedischen Kräutern, unsere Verdauungskraft wieder zu stärken.
Die einfachste Methode unseren Appetit und unsere Verdauungssäfte zu aktivieren, ist das Trinken von warmem Wasser, Ingwerwasser oder Kreuzkümmeltee. Auch der ayurvedische Agni Plus Tee, vor und nach den Mahlzeiten getrunken, ist hilfreich. Als appetitanregender Einstieg in ein köstliches Mahl bewährt sich etwas frischer, fein geschnittener Ingwer mit wenig Salz und Zitronensaft. Praktisch, auch für unterwegs, sind «Digest»-Tabletten, 1–2 Tabletten vor dem Essen kurbeln die Verdauung an.

5. Vorsicht bei Süssigkeiten

Süssigkeiten sind sowohl ein kulinarisches wie auch ein emotionales Thema. Doch eine gewisse Mässigung beim Konsum von Süssem hilft uns, träger Verdauung und anschliessender Gewichtszunahme vorzubeugen. Aber wer kann Süssem schon widerstehen? Besser als das achtlose Knabbern von industriell hergestelltem Gebäck ist es, ein paar wenige, liebevoll gebackene und verzierte Guezli oder andere Süssigkeiten genüsslich im Mund zergehen zu lassen.

6. Sechs ayurvedische Geschmacksrichtungen

Den süssen Geschmack bevorzugen wir seit unserer frühsten Kindheit. Aber Nahrung, die nur süss, salzig und sauer ist, wird nie zufriedenstellend sein und kann sogar Heisshunger auf minderwertige Esswaren auslösen. Der Ayurveda empfiehlt, dass jede Mahlzeit alle sechs Geschmacksrichtungen enthalten sollte: süss, sauer, salzig, bitter, scharf und herb (zusammenziehend). Dies ist einfacher als Sie denken. Wenn Ihre Menüs abwechslungsreich und frisch gekocht sind, wenn Sie Gewürze und Kräuter verwenden, werden Ihre Gäste alle Geschmacksrichtungen schmecken und dann zufrieden vom Tisch aufstehen.

7. Ausgewogene Mahlzeiten

Ayurvedische Mahlzeiten sollen neben Kohlehydraten und Protein auch hochwertiges Fett enthalten. Ghee (Butterreinfett) und Olivenöl beispielsweise sind für den Transport der Nährstoffe in die Zellen unverzichtbar.
Eine typ- und jahreszeitengerechte Ernährung aus stärkehaltigen Nahrungsmitteln, Gemüse und Eiweissprodukten macht zufrieden und hält gesund.

8. Tägliche Bewegung

Auch wenn uns diese Empfehlung während der Festtage besonders schwer fallen mag, geniessen Sie jeden Tag ein paar Yogaübungen und einen ausgedehnten Spaziergang an der frischen Luft. Damit lüften Sie Ihren Kopf und führen vielleicht entspannende Gespräche unter verschneiten Baumwipfeln. Dabei unterstützen Sie gleichzeitig Ihre Verdauung, lassen den Fettpölsterchen keine Chance und kehren anschliessend zufrieden nach Hause zurück.

9. Regelmässiger Tagesablauf

Nicht nur im Alltag ist es angezeigt, eine gewisse Regelmässigkeit einzuhalten. Auch während der Festtage ist es empfehlenswert, Aufwach- und Schlafenszeiten, Mahlzeiten und Aktivitäten im vertrauten Rhythmus beizubehalten. Dies hilft, unser Immunsystem zu stärken, um gesund und fit ins neue Jahr zu starten.

Und noch ein – ganz wichtiger – Tipp

Die Zeit zwischen Weihnachten und Neujahr hat für viele Menschen nicht nur einen Zauber inne, sondern ist manchmal auch herausfordernd. Seien Sie nachsichtig – mit sich selbst und mit anderen –, freuen Sie sich und geniessen Sie diese besondere Zeit im Jahreslauf.

Und wenn Sie in den nächsten Tagen beim reichhaltig gefüllten Guetzliteller zugreifen, ein goldenes Mailänderli, einen süssen Zimtstern oder ein würziges Chräbeli knabbern, geniessen Sie es langsam, schmecken Sie all die feinen Aromen und freuen Sie sich, dass es noch genauso schmeckt wie in Ihrer Kindheit.

Quelle: adaptiert nach "Ten Tips to Avert Ama Build-Up Over the Holidays", www.mapi.com